Details
Umbau und Sanierung Gebäude 36 in Wutha- Farnroda
Vorhaben: Umbau und Sanierung des Gebäude 36 im Gewerbepark „Eisenacher Straße“
In Wutha- Farnroda, ehemals „Petkus“
Bauherr: Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG), Erfurt
Wettbewerb: VOF- Verfahren im Jahr 2010, 1. Preis
Entwurf: Michael Heß mit Andreas Seebach
Leistungen: Generalplanung- Gebäude, Tragwerk, Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro
Ursprungsbau: 1912
Zeitraum Sanierung: 2012 – 2013
„Bewahren eines Thüringer Industriedenkmals“
Die historische und gegenwärtige Entwicklung des Gebäudes 36 steht in direktem Zusammenhang mit der Firma C.F. Röber Söhne, später Petkus und damit mit der Entwicklung des gesamten Ortes Wutha- Farnroda.
Bis nach Wutha- Farnroda reichte die unternehmerische der Kraft der Gründerzeit. Im Ortsteil Eichrodt gründete 1852 Christian Friedrich Röber eine Schmiedewerkstatt und legte damit den Grundstein für ein traditionsreiches Familienunternehmen über Generationen. Zunächst werden einfache landwirtschaftliche Wagen für Pferdegespanne gebaut, später dann landwirtschaftliche Geräte, wie z.B. Ackerpflüge, Eggen, Dreschmaschinen usw. Im Laufe der Jahre entwickelte das florierende Unternehmen Reinigungs- und Sortiermaschinen für Saatgut mit den Namen TRIEUR und Windfege und firmierte ab 1883 unter dem Namen C.F. Röber Söhne“. Die hohen Auszeichnungen für den Betrieb nahmen stetig zu, beispielsweise wurde im Jahr 1900 der Firma Röber anlässlich der Weltausstellung in Paris die Goldene Medaille verliehen, 1906 ehrte man sie in Mailand mit der höchsten Auszeichnung- dem Grand Prix. Auf der Internationalen Samenbauausstellung in St. Petersburg 1908 wurden die Röber Sortier- und Reinigungsmaschinen mit der Großen Goldenen Staatsmedaille prämiert, die keiner anderen Fabrik weder in Europa noch in Amerika zuteil wurde.
Der Erfolg schlug sich in immer neuen Bauten wieder. Im Jahr 1902 wurde ein Fabrikneubau als massiver Klinkerbau an der Eisenacher Straße errichtet- das heutige Gebäude 32. Die Jahresproduktion 1907/08 war inzwischen auf 5000 Maschinen angestiegen, die erste „Petkus- Stahl“ wurde produziert. Der Name Petkus wurde vom gleichnamigen Ort in der Mark Brandenburg abgeleitet, in dem der ganz besonders erfolgreiche Petkus- Roggen gezüchtet wurde. Die Gebrüder Röber ließen den Namen „Petkus“ patentrechtlich schützen, der seit etwa 1910 in den Firmenkatalogen auftaucht und fortan den Betriebsnamen prägt.
Im Jahr 1911/1912 wurde ein Erweiterungsbau südlich des Gebäudes 32 errichtet, das heutige Gebäude 36. Charakterisiert durch einen Ortbeton- Skelettbau mit 3 Geschossen sind im Gebäude 36 geschossgroße Produktionssäale eingerichtet. Hervorzuheben ist das einheitliche, klare und in sich ruhig gegliederte Erscheinungsbild des langgestreckten Baukörpers, durch welches der Baukörper Kompaktheit ausstrahlt. Abweichend von der allgemeinen gestalterischen Entwicklung nach 1900 mit immer weniger Fassadenzier in größeren Fensterflächen, wurde das Gebäude 36 mit einer reichhaltigeren Fassadenzier und Architekturgliederung ausgestattet, markant hierfür sind die pilasterartigen Ziegelpfeiler mit zurückliegenden Fassadenspiegeln, das Kranzgesims in der Attikazone, die geschmückten Brüstungsspiegel, sowie die Segmentbogenfenster mit den in Teilen noch erhaltenen filigranen Fensterteilungen.
Trotz Krisen überstand die Firma zwei Weltkriege. Mit den Reformen zum Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg wurde auch die Firma Gebrüder Röber GmbH im Jahr 1948 enteignet. Seit der Enteignung setzte die Verstaatlichung des Betriebes zur Landmaschinenfabrik Petkus/ Wutha ein, später dann VEB Petkus Wutha. Ab 1970 wurde das Unternehmen Bestandteil des Kombinates Fortschritt Landmaschinen in Neustadt/ Sachsen. Ende der 1980 er Jahre arbeiteten in Wutha bis zu 1.400 Beschäftigte.
Nach der politischen Wende 1989 wurde das Traditionsunternehmen privatisiert, und in näherer Umgebung neu etabliert. Übrig blieb ein über 90 Jahre gewachsenes Industrieareal im Herzen von Wutha- Farnroda, das in kleinen Schritten von der LEG neu entwickelt wurde.
Das Gebäude 36 als Bestandteil des Areals ist das letzte zu bearbeitende Bestandsgebäude am Standort. Der Leerstand von fast 20 Jahren hinterließ bereits seine Spuren an der historischen Substanz. Für eine neue Produktionsnutzung wird das Gebäude ab 2012 statisch ertüchtigt und generalsaniert. Das vorhandene Tragwerk aus Ortbeton bleibt dabei erhalten und wird durch eine Stahlkonstruktion beidseitig verstärkt. Insgesamt wird die bisherige Gebäudestruktur mit geschossgroßen Produktionssäalen in allen Etagen und mittleren Treppenraum beibehalten. Besondere Aufmerksamkeit erfährt die bauzeitliche Außenfassade. Mit Einbau neuer Fenster in zeitlos schlichter Gliederung und steinrestauratorischer Bearbeitung der Ziegelsteinfassade wird die städtebauliche Qualität des Gesamtensembles wieder hergestellt. Sämtliche Stahlbauteile und Fensterrahmen werden in anthrazitgrauem Farbton mit Perlglimmeranteil ausgeführt.
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